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Sonnen- & Schattenseiten

In der Schweiz ist die Sexarbeit legalisiert, was bedeutet, dass Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter unter relativ annehmbaren Bedingungen arbeiten können.

Dies ist definitiv von Vorteil für die Sexarbeitenden, wie besseren Zugang zu Gesundheitsversorgung und Sicherheit. Jedoch gibt es auch , wie in jedem Beruf, Schattenseiten. Auch über diese möchte ich informieren.

Mangelnde Professionalität vs mangelndes Einfühlungsvermögen

Immer wieder, besser gesagt, fast schon täglich, erzählen mir Kunden (Freier) von Ihren schlechten Erfahrungen mit Sexarbeiterinnen. Beispiele dafür sind gefälschte Fotos, falsche Angaben zu Körper, Sprache, Person, Dienstleistungen, falsche Versprechungen,nicht einhalten von Terminen, und vieles mehr.

Es geht soweit, das sogar schon mal das Geschlecht gefakt wird.

Skandalös, finde ich.

Und trotzdem ist dies kein Freibrief für Freier, ihrerseits Sexarbeiter:innen schlecht zu behandeln, zu versetzen, anzulügen. Dies ist degradierend und respektlos, und fördert sicher keine gute, gesunde Kommunikation.

Frieden kann man nicht durch Waffengewalt erreichen.

Der Teufelskreis des fehlenden Respekts zwischen Sexarbeiterinnen und ihren Kunden ist ein ernstes Problem, das die Lebensqualität beider Parteien und die gesamte Sexarbeitsindustrie beeinträchtigt.

Sexarbeiterinnen werden seit eh und je an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Viele Menschen sehen sie als minderwertig an und behandeln sie entsprechend. Auch Menschen, die die Dienstleistungen in Anspruch nehmen, behandeln Sexarbeiterinnen sehr oft respektlos, verlangen unsichere Dienstleistungen, drücken die eh schon mageren Preise noch mehr. Dies führt dazu, dass Sexarbeiterinnen sich immer weniger respektiert fühlen und dazu tendieren, ihren Kunden gegenüber rauer zu werden.

Ein unmöglicher Teufelskreis. Meiner Meinung nach widerspiegelt dies auch zum Teil die gesamte Gesellschaft. Eine Gesellschaft, in der Ehrlichkeit, Menschlichkeit, Anstand keinen hohen Stellenwert haben, wie sollen dann diese Vorzüge gelebt werden, in dem Milieu was am wenigsten Ansehen geniesst.

Ich appelliere hier an den gesunden Menschenverstand. Leute, besinnt euch doch darauf was Sex sein sollte: etwas harmonisches, erotisches, schönes. Nicht ein elender Kleinkrieg zwischen den Parteien.

 

Ich verstehe das Konzept von gefakten Profilen auch nicht, ich meine, was bringt es, wenn dann der Kunde wieder geht?! Kann ich mir schlicht nicht erklären. Gleichzeitig verstehe ich nicht, warum man so oft versetzt wird. Warum sich die Mühe machen, ewiges hin und her texten, um dann nicht aufzutauchen?!

Sonnenseiten der Sexarbeit

Sexarbeiter:innen ermöglichen ihren Kunden, ihre sexuellen Fantasien und Vorlieben zu erkunden und auszuleben. Viele Menschen nutzen das Angebot als eine Möglichkeit, ihre sexuellen Wünsche zu befriedigen und neue Erfahrungen zu sammeln. Aus eigener Erfahrung weiss ich, das Sexarbeit auch als "Filter" dient. Ohne diese Dienstleistung, bin ich überzogen, gäbe es mehr Gewaltakte und Missbräuche.

Einer der spannendsten Wege, Menschen zu "studieren"

DIe Spezies Mensch löst unglaubich kontroverse Gefühle in mir aus, von abstossend bis verherrlichend ist alles dabei. Durch die Sexarbeit erlebe ich Menschen sehr intim, und oft erhasche ich einen Blick in ihre Seele. Mich faszinieren Menschen, wenn sie Echt sind, sich zeigen, und sich nicht hinter einer Fassade verstecken. Sex zu haben mit Menschen,  die ich nicht kenne, gibt mir einen Einblick in ihre Gefühlswelt. Ein Aspekt, den ich sehr wertschätze.

Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Ein definitiv positiver Aspekt von Sexarbeit ist die wirtschaftliche Unabhängigkeit, die sie den Sexarbeitenden ermöglicht. Viele Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter können durch ihre Arbeit ein gutes Einkommen erzielen und für sich und ihre Familien sorgen. Dies ist besonders wichtig für Personen, die aufgrund von Diskriminierung oder anderen Gründen Schwierigkeiten haben, einen anderen Job zu finden.

Mir persönlich ermöglicht Sexarbeit Selbstverwirklichung. Mit  meinem Gastronomie Lohn hätte ich niemals genug Geld, und noch weniger Zeit gehabt, um mich weiterbilden zu können.

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