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Die Ursprünge

Als Sexarbeiterin ist mein Leben alles andere als einfach.

Jeden Tag kämpfe ich gegen Vorurteile, Stigmatisierung und gesellschaftliche Ablehnung. Doch trotz all dieser Hindernisse habe ich erkannt, dass meine Arbeit auch eine unglaublich befreiende und ermächtigende Seite hat.

Vor ein paar Jahren hätte ich mir niemals vorstellen können, dass ich einmal in der Sexarbeit tätig sein würde. Doch dann kamen einige Schicksalsschläge, und Corona. So kam irgendwann der Moment, wo ich keine andere Möglichkeit sah, Geld zu verdienen. Also entschied ich mich dafür, diesen Schritt zu gehen.

Zu Beginn fiel es mir schwer, den Gedanken zu akzeptieren, Sex als Dienstleistung anzubieten. Doch im Laufe der Zeit erkannte ich, dass es lediglich meine eigenen Vorurteile waren, die es so schwierig machten.

 

Was viele Menschen nicht verstehen ist, dass Sexarbeit oft mehr bedeutet als nur körperliche Intimität.

 

Für viele meiner Kunden bin ich eine Zuhörerin, eine Beraterin oder sogar eine Freundin auf Zeit. Ich höre ihren Sorgen zu, tröste sie in schweren Zeiten und bringe ein wenig Freude in ihr Leben.

In gewisser Weise fühle ich mich wie eine Art Therapeutin - nur eben auf ganz besondere Weise.

Durch meine Arbeit als Sexarbeiterin habe ich gelernt, für mich selbst einzustehen und meine Bedürfnisse ernst zu nehmen. Ich habe gelernt, meinen Körper zu akzeptieren und stolz darauf zu sein - egal was andere darüber denken mögen. Die Tatsache, dass sexuelle Dienstleistungen immer noch so stark tabuisiert werden zeigt mir nur umso mehr die Notwendigkeit meiner Arbeit.Ja, es gibt Momente der Verletzlichkeit und Unsicherheit in meiner Tätigkeit - aber diese gehören genauso dazu wie die Momente des Stolzes und der Selbstbestimmung. Als Sexarbeiterin fühle ich mich frei von den gesellschaftlichen Normen und Zwängen über weibliche Sexualität - stattdessen kann ich sie auf meine eigene Art erforschen und ausleben.

Sexarbeit mag zwar oft mühsam sein - aber sie ist auch unglaublich emanzipatorisch für mich. Sexarbeiter*innen verdienen Respekt anstatt Verachtung; Anerkennung anstatt Ausgrenzung; Freiheit anstatt Bevormundung.

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